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"Die Sucht des Kiefer Sutherland" (www.tele5.de / 28.12.2009)
Sie sind Hollywoods jüngster Großvater, sehen aber noch gar nicht aus wie ein alter Mann mit Bart.Kiefer Sutherland: Geben Sie mir eine Minute. Dann ist es so weit.Wie ist es Großvater zu sein?Ich war dermaßen glücklich, als der Kleine geboren wurde. So aufgeregt war ich nicht einmal, als meine Tochter Sarah auf die Welt kam. Es ist spannend, wenn die eigenen Kinder Eltern werden und ich mache mir oft Sorgen, ob sie auch alles hinkriegen. Wie ein echter Opa eben. Hamish ist eine der größten Freuden in meinem Leben.Sie haben eine ganz spezielle Stimme, woher kommt die?Whisky und Zigaretten? Nein, die Stimme habe ich von meinem Vater geerbt. Mein Vater hat lange Radiowerbung für Volvo gemacht. Sowas kann auf die Dauer ziemlich lukrativ sein. Als ich das herausfand, habe ich bei Volvo angerufen und gesagt: "Wissen Sie was, ich kann ziemlich gut Donald Sutherland nachmachen und ich verlange nur die Hälfte." Mein Vater war vielleicht sauer!Wie viele Tattoos haben Sie eigentlich?Unzählige. Es ist wie eine Sucht. Immer wenn etwas Wichtiges in meinem Leben passiert, bekomme ich dieses unkontrollierbare Verlangen nach einem Tattoo. Wenn ich arbeite, nervt das, weil ich sie abdecken muss. Tattoos sind für mich eine Landkarte meines Lebens. Mein erstes bekam ich mit ungefähr 16, als ich allein nach New York ging. Es half mir, meine Angst zu bekämpfen.Sie spielen seit sieben Jahren Jack Bauer in der megaerfolgreichen Serie '24'. Wie haben Sie sich in dieser Zeit verändert?Wenn ich nicht ein paar letzte Freunde hätte, die mich noch Kiefer nennen, würde ich längst denken, dass ich in Wahrheit Jack heiße. Wir alle, die wir an '24' arbeiten, haben die besten Jahre unseres Lebens an diese Serie verloren. Ich bin jetzt 43 und ich versuche die Schwerkraft des Alterns zu bekämpfen, indem ich genug schlafe und Sport mache.Bereuen Sie es manchmal, dass Sie '24' gemacht haben?Es war meine größte Angst als Schauspieler: dass ich mal in einer Fernsehserie landen und nicht mehr rauskommen würde. Es ist der Horror jedes Kinoschauspielers, fragen Sie mal Leute wie Tim Roth. Der Zeitplan ist gnadenlos und schnell sitzt man fest, macht keine Filme mehr und plötzlich fühlt man sich uralt. Ich persönlich habe genau das Gegenteil erlebt. '24' wird für mich immer spannender und ich lerne mit jeder Staffel dazu. Es ist eine ganz neue Art zu schauspielern, sich minutiös mit den minimalsten Veränderungen einer Figur zu beschäftigen. Das ist für mich die größte Herausforderung die ich als Schauspieler je hatte. Und da ich ehrgeizig bin, nehme ich das sehr ernst.Ist ein Ende von '24' abzusehen?Nein. Ich mag die Vorstellung, dass die Serie grenzenlos ist und nie aufhört. Ich bin kein Fernseh-Snob. Es gibt großartiges Fernsehen. Ob man ins Kino geht oder zuhause bleibt: nicht das Medium zählt, sondern die Qualität.Ihre Freundin Siobhan ist Moderedakteurin. Denken Sie manchmal, "was habe ich nur angezogen, bevor diese Frau in mein Leben trat?"Es ist schön, sich für jemanden so richtig schick zu machen, smart oder cool auszusehen. Ich bin ein Typ der sich immer total auf einen Menschen fokussiert. Ich möchte meiner Freundin gefallen und für sie style ich mich auch.Was können Sie noch über Ihre Beziehung verraten?Ich bin sehr glücklich. Jetzt gerade bin ich sehr glücklich und diese Liebe ist ein großer Teil meines Glücks.Was machen Sie in Ihrer Freizeit?Musik, Hockey und Skifahren. Und schlafen. Aber noch lieber mache ich einfach einen neuen Film.Sind Sie ein Gewinnertyp?Ja und dann wieder gar nicht. Ich glaube das geht uns allen so. Wenn ich einen tollen Drehtag hatte und nachhause komme, ist vielleicht meine Tochter krank oder hat Liebeskummer. Es läuft nie glatt, so ist das Leben nun mal.Fühlen sie sich noch als Kanadier?Meine Mutter und meine Schwester leben dort. Ich wohne in New York. Und wenn ich ehrlich bin: das größte Heimatgefühl habe ich, wenn ich im Flugzeug sitze und die Dächer von Los Angeles sehe. Einfach weil ich so oft hier bin. Ich bin ein Kanadier, der in New York wohnt und die Skyline von Los Angeles liebt. |